Grüner Gockel ist gelandet ... Zertifizierung am 04.04.04.

Nach dreijähriger Vorbereitung hat die Freidnesgemeinde am Palmsonntag 2004 von der Landeskirche die Zertifikats-Urkunde für den Grünen Gockel überreicht bekommen, die uns als umweltbewusste Gemeinde auszeichnet.

Umweltbewusstes Handeln bedeutet für uns keine grüne Spinnerei oder ein sich in verniedlichenden Aktionen erschöpfendes Schaffen, sondern ein sehr realistisches Wahrnehmen von Gottes Schöpfungsauftrag an uns. Deshalb war es uns ein Anliegen, den Meilenstein der ersten Zertifizierung im Zusammenhang mit einem Gottesdienst zu feiern.

Bei diesem Familiengottesdienst war ein Erntedankaltar aufgebaut, und kreisförmig weiter angeordnet die darauf folgenden Bestandteile des "Lebenskreises" wie Biotonne, verrottender Biomüll, Kompost, Erde, Samen, keimende Pflanzen, blühende Pflanze, fruchttragende Pflanze, bis sich der Kreis beim Erntedankaltar wieder schließt. In diesen sehr (be-)greifbaren Lebenskreis wurden die keimenden Pflanzen, die den Frühling symbolisieren, von den Kindergartenkindern herein gebracht, die mit ihren grünen Umhängen und Blütenkränzen aussahen, als wären sie direkt aus dem Bilderbuch zu uns gekommen. Als die Gemeinde "merkte", dass die Uhr dieses Lebenskreises auf "Erntedank", also Herbst steht, haben Kinder und Umweltteam zusammengeholfen und den Kreis so weit gedreht, bis endlich die Frühlingsboten auf dem Altar standen. Doch egal, wie die Jahresuhr auch gerade steht, und wie unsichtbar die anderen Jahreszeiten in der Realität gerade sind, immer gilt Gottes beruhigende Zusage aus 1. Mose 8, 22,die auch im Gottesdienst immer wieder vorkam: "Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht." Beim Stehempfang gab es Gelegenheit, sich bei einem "Grünen Cocktail" und gebackenen Grünen Göckeln über das Erlebte auszutauschen.

Von der Geschäftsstelle Umweltaudit des Ev. Oberkirchenrates war Frau Helga Baur gekommen, hat der Gemeinde und insbesondere dem Umweltteam zu seiner großen ehrenamtlichen Leistung gratuliert, und ermutigt, auch weiter am Ball zu bleiben. Mit der Urkunde, die sie uns überreicht hat, haben wir die sichtbare Anerkennung der Landeskirche, und das Recht, den Grünen Gockel in unserem Logo und unseren Veröffentlichungen zu verwenden. Zum Grünen Gockel gratulierte uns auch Frau Krueger aus dem Bezirksbeirat Stuttgart-Mitte.
  
Vorausgegangen war dieser Auszeichnung eine intensiver Erörterung und ein einstimmiger Beschluss im Kirchengemeinderat (KGR) zum Einstieg ins kirchliche Umweltmanagement, die Erarbeitung unserer gemeindeeigenen Umweltleitlinien, die in den Gruppen diskutiert, vom Umweltteam zusammengefasst und dann vom KGR verbindlich beschlossen wurden, und die Erfassung und Auswertung verschiedenster Zustands- und Verbrauchsdaten unserer Gemeindebewirtschaftung, durch das Umweltteam.

Außerdem haben wir uns in einem Umweltprogramm kurz- und langfristige Ziele gesetzt, die wir jährlich überprüfen und bewerten. Drei Jahre nach der Zertifizierung werden die Gutachter der Landeskirche uns erneut überprüfen.

Auf diese Weiseist der Grüne Gockel ein immer aktuelles Gütesiegel, ähnlich wie der TÜV beim Auto. Wir können uns also nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen!