Baugeschichte der alten Friedenskirche

Nach Fertigstellung der Johanneskirche am Feuersee hatte der „alte Stuttgarter Kirchbauverein“ sein Vereinsziel erreicht und wurde 1879 aufgelöst.

 

Für den Bau der Friedenkirche wurde ein "neuer Stuttgarter Kirchenbauverein'' gegründet, dem die allermeisten Mitglieder des alten Vereins wieder beitraten.

 

Seine erste Aufgabe war der Erwerb eines geeigneten Bauplatzes. Zur Wahl standen ein Platz am Neckartor und einer an der Kreuzung der Urban- und Schubartstraße. Der Verein entschied sich für die zweite Lösung und war damit schließlich zufrieden.

 

„Der Platz, auf dem die Kirche steht, liegt zwar im Zentrum unserer Gemeinde, aber doch nicht an einer gefährlichen verkehrsreichen Straße, wie es die Neckarstraße ist (100 Jahre Festschrift zur 100 Jahr Feier der Friedensgemeinde)

 

Dass die Kaufsumme von 95 000 Mark schon 1885, ein Jahr nach Erwerb des Grundstückes, voll bezahlt werden konnte, lag an der großen Spendenfreudigkeit der Gemeindemitglieder.

 

Jeder beteiligte sich so gut er konnte Als Beispiel sei hier die Spende eines jungen Kaufmannes genannt, der folgender Notiz beilag. "Vom ersten Gehalt, gab ich alsbald ein Scherflein klein zum Kirchenbauverein"

 

Am 12. Mai 1 890 wurde der erste Spatenstich getan; am 27. Oktober 1890 um 11.00 Uhr konnte die Grundsteinlegung gefeiert werden.

 

In den Grundstein wurden eine Bibel, ein württembergisches Gesangbuch, die Rechenschaftsberichte des Kirchenbauvereins, der Bauplan, der Stadtbauplan von Stuttgart, und Trauben und Ähren aus dem Jahr 1890 eingemauert.

 

Bis zur Vollendung des Baus brauchte es nur zwei Jahre. Der im Herbst 1890 begonnene Bau der im neuromanischem Stil errichteten Friedenskirche des Architekten Prof. Conrad Dollinger, wurde am 11.12. 1892 eingeweiht.

Neubau der Friedenskirche

Nach ihrer Zerstörung durch einen Fliegerangriff durch Brandbomben 1944 blieb das Kirchenschiff der Friedenskirche bis in die Mitte der 1960er Jahre als ausgebrannte Ruine stehen. Nur der Turm blieb intakt.

Um weiter Gottesdienste feiern zu können. wurde ein Saal im Gemeindehaus entsprechend umgebaut und eingerichtet. 1959 fasste der Gesamtkirchengemeinderat einen Neubau der Friedenskirche ins Auge.

Es folgte ein Architekturwettbewerb. den der Entwurf des Stuttgarter Architekten Eberhard Hübner gewann. Sein Modell erhielt den l. Preis. Er sollte nun eine neue Kirche errichten, die Platz für ca. 800 Personen bieten würde.

1962 wurde der Kirchbauverein zum Wiederaufbau der Friedenskirche neu gegründet.

Mitte der 60iger Jahre wurde mit dem Neubau begonnen.

Die Ruine wurde abgerissen, nur der Turm blieb, versehen mit einem neuen Blechhelm anstelle des früheren steinernen. Am alten Turm sind Apostelfiguren und der ′segnende Christus′ erhalten geblieben.

Der Neubau des Kirchenschiffes entstand als eigenständige Erneuerung in Form eines Sichtbetonkirchenbaus des Architekten Eberhard Hübner.

1966 wurde die neue Kirche eingeweiht. Der Kirchenraum bietet nun 700 Menschen Platz.
In der mit einer Rensch-Orgel ausgestatteten Kirche werden gerne Konzerte veranstaltet.

 

1984 wurde der Kirchbauverein auf Beschluss des Kirchgemeinderates reaktiviert, damit Anschaffungen, Investitionen oder Sanierungen in Kirche und Gemeindehaus finanziert werden können, die von der Gesamtkirchenpflege nicht übernommen werden.

Seit 1984 ist es eine Aufgabe des Vereins, die Kirchenmusik. die Chorarbeit sowie kirchliche Veranstaltungen zu fördern.

Die letzte Vereinssatzung stammt aus dem Jahr 1999