Suche Frieden und jage ihm nach!"

Gedanken zur Jahreslosung 2019, Psalm 34, Vers 15.

Mit der Losung für das Jahr 2019 grüße ich Sie herzlich und wünsche Ihnen den Frieden Gottes. „Suche den Frieden und jage ihm nach?“ Wieder so eine Aufgabe. Frieden schaffen? Dem Frieden nachjagen? In den Worten nehme ich wenig Frieden wahr. Im Gegenteil: Ich spüre Hektik, Verkrampftheit

Es gibt genug Bewegungen der neueren Geschichte, die im Namen der Menschlichkeit den Himmel auf Erden schaffen wollten und am Ende verkrampft und unmenschlich geworden sind. Jüngst resümierte sogar der Kabarettist Dieter Nuhr in seinem Jahresrückblick 2018: „Es wird nicht mehr lange dauern, da wird uns wegen Feinstaub auch der Adventskranz verboten, Hauptsache die elektrischen Kerzen am Christbaum sind vegan und lactosefrei.“

Setzt uns jetzt auch die Bibel auf eine falsche Spur? Werden wir am Ende vor lauter Jagen wieder an den eigenen engen Ansprüchen scheitern? Stellen Sie sich einmal vor, Sie würden den Frieden suchen? Was würden Sie bei sich selbst an Frieden finden?

So betrachtet fällt uns bald vieles ein, was wir tun und vor allem bleiben lassen könnten, damit wirklich Frieden bei uns einkehren kann. Je mehr wir dem Frieden nur nachjagen, desto weiter entfernt er sich. Wie soll einen denn der Friede finden, wenn man ihm ständig hinterherläuft? „Ja, renn nur nach dem Glück, doch renne nicht zu sehr, denn alle rennen nach dem Glück, das Glück rennt hinterher.“ (B. Brecht)

Mit dem Frieden ist es wie mit dem Glück: Er muss sich einstellen dürfen. Dem Frieden müssen wir wie einem kleinen Vogel vorsichtig die Hand hinhalten, damit er sich bei uns niederlassen kann. Die Bibel sagt, Christus sei unser Friede. Wir dürfen ihm unser Herz öffnen. Er lädt uns ein. Jeden Sonntag.

Mit herzlichen Glück- und Friedenswünschen für das kommende Lebensjahr.

Ihr Pfarrer

Thomas Rapp