Adventliche Hochstimmung

Es ist Advent - der Geruch nach frischen Plätzchen, das fröhliche Treiben auf dem Weihnachtsmarkt. Es liegt was in der Luft. Eine unbestimmte Unruhe ergreift die Menschen. Hoffnungen und Wehmut treiben seltsame Blüten. Die Kaufhäuser sind voller Menschen, die nach etwas suchen, was sie und ihre Lieben glücklich macht. Aber ist das schon Advent?

 

Ein junger Mann betrat im Traum einen Laden. Hinter der Theke stand ein Engel. Hastig fragt er ihn: „Was verkaufen Sie, mein Herr?“ Der Engel antwortete freundlich: „Alles, was Sie wollen.“ Der junge Mann begann aufzuzählen: „Dann hätte ich gern das Ende aller Kriege in der Welt, bessere Bedingungen für die Randgruppen der Gesellschaft, Beseitigung der Elendsviertel in den großen Städten Lateinamerikas und Afrikas, eine gute Arbeit für die Arbeitslosen, mehr Gemeinschaft und Liebe in der Kirche, und dies noch  und das noch …“

 

Da fiel ihm der Engel ins Wort: Entschuldigen Sie bitte, junger Mann, Sie haben mich falsch verstanden. Wir verkaufen hier keine fertigen Früchte, wir verkaufen nur den Samen. Säen müssen sie schon selbst.“

 

Was macht uns glücklich? Was berührt unser Herz, nicht nur einmal im Jahr an Weihnachten. Die Bibel sagt: Ganz einfach. „Bereitet dem HERRN den Weg, macht eine ebene Bahn unserm Gott! (Jesaja 40, 3)

 

Aber wer soll das tun? Die Kirche? Die Gemeinde? Wir verkaufen auch in der Kirche und in den Gemeinden keine fertigen Früchte. Wir haben den Samen. Säen müssen sie schon selbst.“ Wer sät, erwartet etwas. Wer etwas erwartet bleibt offen für das, was bei ihm kommt. Die Saat darf aufgehen und wachsen.

 

Diese Offenheit für Gott und das Vertrauen in Gottes Führung nennt die Bibel ein adventliches Leben. Advent ist eine Lebenshaltung, die uns guttut. Sie erwartet etwas vom Leben, sie tut etwas für das Leben und sie empfängt das Leben. Adventliches Leben ist dankbares Leben in Achtsamkeit für alles, was Gott gibt. Adventliches Leben sät den Samen und achtet auf die keimendende Saat.

 

Ein Raum, in dem adventliches Leben in Gemeinschaft mit andern möglich ist, ist ihre Kirchengemeinde. Sie hat Räume, in denen das Evangelium nicht nur gesät werden kann, sondern auch wachsen darf.

 

Einen Kirchen–Raum, in der wir miteinander Gottesdienst feiern, singen und beten können, jeder auf seine Art. Gemeindehaus-Räume, in denen wir füreinander da sein können, Pläne schmieden und Projekte entwickeln können, die für uns und andere ein bisschen glücklicher machen. Einen Sozial-Raum, unserem Stadtteil nämlich, in dem wir gemeinsam versuchen, das, was wir glauben in die Tat umzusetzen.

 

Gemeinde könnte ein angstfreier Raum sein, in dem ein Mensch entdeckt, dass er nicht allein ist, sondern von Gott geliebt wird.

 

Wir verkaufen hier keine fertigen Früchte. Wir haben den Samen vorrätig. Was wir brauchen sind Menschen, die sich mit ihren Gaben und Fähigkeiten einbringen. Sprechen Sie mich gerne auf unsere Initiative „Aktives Gemeindeleben“ an. Wir wollen zusammen neue Wege gehen. Eine adventliche Gemeinde entsteht.

 

Jesus sagt: „Ihr Seid das Salz der Erde! Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. Man zündet doch kein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind.

 

Ich bin gespannt, welche Perspektiven uns der Advent in dieser Hinsicht bringen wird

Ihr Pfarrer Thomas Rapp