beim Glockengeläut in den Abendstunden sind Sie zu einem gemeinsamen Gebet eingeladen

 

Abendgebet des Augustinus:


Herr, du hast uns geschaffen
und unser Herz ist unruhig,
bis es Ruhe findet in dir.

Dein ist das Licht des Tages.
Dein ist das Dunkel der Nacht.

Das Leben ist dein und der Tod.
Ich selbst bin dein und bete dich an.

Lass mich ruhen in Frieden,
segne den kommenden Tag
und lass mich erwachen, dich zu rühmen.

Amen.

Beten hilft gegen Angst und schafft Vertrauen:

Angst heißt: Ich lasse die Wellen und Stürme von außen in mich hinein, und darum wird es in meinem Herzen kalt und eng.

Vertrauen hingegen heißt: Sturm und Wellen mögen noch so toben. Aber in meine Personmitte lasse ich sie nicht hinein. Mein Herz ist ein Freiraum, ein Raum des Vertrauens, eine Wohnung für Gott, ein Ort der Gelassenheit, der mich befähigt, still zu halten oder auch besonnen und konsequent zu handeln.

Glauben heißt: das Menschenmögliche tun und gelassen bleiben, weil ich in meiner Mitte einen Freiraum des Vertrauens habe.

Und diesen Freiraum des Vertrauens schaffe und kultiviere ich durch Gebet.

So hat Jesus gebetet, wenn er sich morgens in die Berge zurückzog.

In diesem Gebet hat er erfahren:

Es gibt einen Grund, der tiefer liegt als alle Abgründe, die uns innerlich und äußerlich bedrohen.

Darum konnte er auch im Sturm ruhig schlafen.
Und seine Ruhe sollte auch uns ruhig machen.
Nicht im Sinne der Untätigkeit, sondern im Sinne der inneren Gelassenheit.

(Klaus Douglass / Fabian Vogt:
Expedition zum Anfang. In 40 Tagen durch das Markusevangelium.Stuttgart 2012