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AK Asyl Stuttgart
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Die Termine des Plenum 2018

Am zweiten Donnerstag jeden Monats um 19.00 Uhr im Friedensgemeindehaus:

11. Januar 2018
8. Februar 2018
8. März 2018
12. Apri 2018
3. Mai 2018 (1. Donnerstag im Monat)
14. Juni 2018
12. Juli 2018
(Im August findet kein Plenum statt)
13. September 2018
11. Oktober 2018
8. November 2018
13. Dezember 2018

Hintergründe

 

Schutzsuchende Menschen werden in Lagern und Haftzentren ihrer Würde und häufig auch ihrer Rechte beraubt. Dies sind nicht meine Lager: Gemeinsam fordern wir Deutschland und die EU dazu auf, die Politik der Inhaftierung und Festsetzung als Maßnahmen zur Abschreckung und Abwehr von Flüchtlingen zu beenden. Der Zugang zu Schutz und das Recht auf Asyl müssen gesichert sein. Die Menschenrechte sind unantastbar!

 

Mehr Infos zur Kampagne # NichtMeineLager von Pro Asyl

Begonnen hat alles in den 1980er Jahre als in der zweiten Jahreshälfte mehr und mehr Asylbewerber nach Deutschland kamen. Die statistische Kurve der Asylgesuche erreichte 1980 einen ersten Höchst-stand. Das  hatte vor allem mit der zunehmenden Krisenentwicklung in Osteuropa zu tun, die, zusammen mit den Abwehrmaßnahmen gegen Flüchtlinge aus der "Dritten Welt", eine gravierende Gewichtsverlagerung zwischen europäischen und außereuropäischen Flüchtlingen in Gang setzte. Stark angewachsen war neben der Zahl der Asylbewerber die Zuwanderung von Kriegs- und Bürgerkriegsflüchtlingen insbesondere seit dem blutigen Zerfall des ehemaligen Vielvölkerstaates Jugoslawien. Nach Angaben des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) lebten im Jahre 1995 in Deutsch-land an die 350.000 Kriegsflüchtlinge aus dem ehemaligen Jugoslawien, mehr als doppelt so viele wie in allen anderen Staaten der Europäischen Union zusammen.

Hilfe tat Not. Das sahen viele Christen aus den Kirchengemeinden und begrüßten und unterstützten die Flüchtlinge. Anfangs in einfacher Form: Besuche, Einladungen, Gastfreiheit. Am Anfang machten vor allem Christen in den Kirchengemeinden diese Arbeit. Die Pfarrerinnen und Pfarrer fragten im Gottesdienst „Wer kann mithelfen beim Empfang der Flüchtlinge?“. Christen wissen, dass Gott sie berufen hat Flüchtlingen zu helfen. Anfangs gab es noch keine gemeinsamen Treffen. Am Anfang geschah diese Arbeit für Flüchtlinge spontan an vielen Orten, so auch in Stuttgart, in vielen verschiedenen Kirchgemeinden; sicherlich auch, weil die Kirchen Räume dafür nutzen konnten.

Bald haben diese Menschen auch praktische Hilfe geleistet, zum Beispiel etwas repariert, beim Über-setzen geholfen, mit den Frauen eingekauft und gekocht. Vor allem halfen sie den Kindern der Flüchtlinge bei ihren Hausaufgaben aus der Schule. In einer deutschen Schule wird Hilfe der Eltern bei den Hausaufgaben vorausgesetzt. Die Flüchtlings-Eltern konnten aber ihren Kindern nicht helfen, ihre Kinder sprachen ja schon besser Deutsch als die Eltern! Diese Hausaufgabenhilfe für die Kinder der Flüchtlinge haben die Helferinnen und Helfer aus den Kirchengemeinden geleistet. So wurde der Kontakt mit den Flüchtlingen immer herzlicher. Solche Arbeit mit Menschengruppen, z.B. Hausaufgabenhilfe für eine Gruppe Schüler, war in den Kirchgebäuden üblich und vom Raumangebot her gut möglich.

Damals gab es aber auch Vorbehalte. „Müssen wir auch für Ausländer sorgen? Wir haben doch Be-dürftige hier bei uns!“, oder auch von der Stadt Stuttgart: „Die Flüchtlinge sind Aufgabe der Bundes-republik. Wir müssen für unsere Bewohner in Stuttgart sorgen.“ Die Engagierten haben sich aber trotzdem bewusst für die Flüchtlinge eingesetzt. „Sorgt ihr für die einheimischen Bedürftigen hier, wir helfen den Flüchtlingen aus dem Ausland, die hierher geflohen sind.“

Als Mitte der 1980er Jahre zunehmend auch Flüchtlinge aus dem Orient und aus Afrika nach Deutschland kamen – sie waren weniger an der Zahl, aber fremder -, hat der Ak Asyl seine Arbeit entsprechend ausgeweitet.

Aus den wenigen Flüchtlingshelfern in den 1980er Jahren sind viele geworden. Nach und nach kamen auch Nichtchristen gern zur Flüchtlingsarbeit dazu und arbeiteten mit. Über ihre Kirchgemeinden kamen die Helfenden aus ganz Stuttgart miteinander in Kontakt und haben über ihre Arbeit mit und für Flüchtlinge miteinander gesprochen.

Einmal im Monat wurden und werden alle Flüchtlingshelfer, Flüchtlinge aus den Unterkünften und alle Interessierten zur Plenum-Sitzung des Ak Asyl Stuttgart eingeladen. Dort gibt es Informationen über „Neues aus den Freundeskreisen“, wichtige Informationen über neue rechtliche Entwicklungen, es gibt Veranstaltungshinweise, Diskussionen und Austausch. Zudem gibt es als Haupttagesordnungspunkt, jedes Mal ein anderes, spezielles Themengebiet. Zum Beispiel gab es einen eindrucks-vollen Vortrag von Dr. Michael Blume, der die „Rettungsoperation Sonderkontingent für besonders schutzbedürftige Frauen und Kinder aus Kurdistan“Irak“ geleitet hat, einmal sprach der Sachgebiets-leiter Flüchtlinge des Sozialamtes Stuttgart, Herr Günter Gerstenberger über „Die aktuelle Flüchtlingsunterbringung in Stuttgart“ oder es fand, anlässlich der Landtagswahlen in Baden-Württemberg eine Podiumsdiskussion mit Vertreter/innen verschiedener Fraktionen statt. Damit können sich die Teilnehmenden tiefer beschäftigen mit einem bestimmten Thema, ihre Fragen stellen und auch ihre eigenen Erfahrungen beitragen.

Doch die Arbeit mit den Flüchtlingen war nicht immer einfach. Dass geflohene, misshandelte Men-schen sich nicht „verstehen“, sondern verängstigt, untereinander feindselig sein können, war für die HelferInnen schwer verständlich. Dass aus dem Orient und Afrika auch sehr judenfeindliche Denk-formen kommen können, war teils unerwartet. Dass Christen nicht helfen, weil bestimmte Menschen „gut“ sind, sondern weil alle Menschen unsere „Mit“menschen sind, musste von den Helfenden sel-ber verstanden werden. Gott liebt uns nicht, weil wir vorher „gut“ sind, sondern weil wir Menschen Gottes Güte brauchen. Dann erst können wir „gut“ sein.

Die HelferInnen haben sich von Anfang an Zeit genommen, um den Flüchtlingen zuzuhören, ihren Sorgen, Nöten. Sie haben besonders zugehört wenn die Flüchtlinge erzählt haben, was sie erlebt hatten auf der Flucht. Dies war und ist die wichtigste Form der Mitmenschlichkeit: zuhören, Zeit haben, verstehen wollen. In der Folge können Helfer dann das tun, was die hierher Geflohenen brauchen und wünschen.

Aus den wenigen Flüchtlingshelfern seit den Anfängen sind jetzt viele geworden. Aus vielen Flüchtlingen sind noch mehr geworden. Die aktuelle Kriegs- und Weltlage hat eine Bewegung ausgelöst, die die Welt, Europa und natürlich auch den Ak Asyl Stuttgart vor neue große Aufgaben stellt.

Die Arbeit des Ak Asyl ist wichtig, damit Menschen, die aus ihrer Heimat haben fliehen müssen, Menschen, die „Flüchtlinge“ werden müssen, in Deutschland ein Zuhause finden. Indem wir Fremde bei uns begrüßen und ihnen helfen, erfüllen wir ein wichtiges Gebot Gottes und der Nächstenliebe.