Pfarrer Kim stellt sich vor

Liebe Gemeinde,

 ich grüße Sie herzlich im Namen unseres Herrn Jesus Christus! Mein Name ist Taejoon Kim. Ich bin letztes Jahr als Pfarrer für die evangelisch-koreanische Nambugemeinde(Teilgemeinde der Friedenskirche) neu in das Amt eingeführt worden. Im Jahre 1996 wurde ich ordiniert und war einige Zeit lang als Militärkaplan tätig. Zuletzt war ich Pfarrer einer Gemeinde in Seoul.

Ein Jahr ist schon vergangen, seitdem ich mein Amt angetreten bin. Anfangs war für mich vieles fremd und neu, aber jetzt gewöhne ich mich schrittweise an das neue Umfeld. Inzwischen haben wir uns, meine Frau und unsere beiden Kinder, auch in dieses Fremde und Neue gut eingelebt und wie die Kinder halt so sind, haben sich unsere beiden Kindern – Gott sei Dank - ebenfalls in das schulische Leben gut eingefunden.

Ganz besonderen Dank möchte ich all denjenigen aussprechen, die uns mit Rat und Tat zur Seite gestanden haben; von den Gemeindemitgliedern der Nambugemeinde, bis hin zu deutschen Gemeindemitglieder der Friedenskirche. Diese Leute sind für mich ein Segen und ein Geschenk Gottes! Pfarrer Bofinger ist immer freundlich und ist ein ausgesprochen angenehmer und geduldiger Gesprächspartner. Er ist bereit jedesmal freundlich auf meine Fragen zu Kirche, Theologie und Gesellschaft in Deutschland einzugehen. Viele Gemeindemitglieder begrüßen mich mit einem freundlichen Lächeln. Ich dürfte bislang auch an vielen Veranstaltungen, wie am Stuttgarter Pfarrkonvent, an dem Treffen der ausländischen Pfarrer, Mini-KAP, den der Oberkirchenrat unterstützt und an dem Ostasienkreis und DOAM teilnehmen und lerne dabei sehr viel Neues dazu.

Dass das Lachen eine Weltsprache ist, erfahre ich immer aufs Neue. Noch kann ich nicht alles auf Deutsch verstehen oder mich frei auf Deutsch ausdrücken, und das macht es mir manchmal sehr mühsam, aber trotzdem begegnen mir alle geduldig und verständnisvoll, eben mit einem herzlichen Lächeln!

Was mich hier in Deutschland beeindruckt hat, ist es vor allem, dass die deutsche Gesellschaft ein offenes Ohr und Herz gegenüber Ausländer hat. Die Frage der Integration wird überall ernsthaft diskutiert und darüber nachgedacht. In Korea gibt es auch viele Ausländer, die aber wenig Rechte in Korea genießen und ihr Leben nicht gerade leicht ist. Ich wünsche mir, dass die koreanische Gesellschaft auch der Stimme der benachteiligten Ausländer mehr Gehör schenkt. Ich wünsche mir auch, dass Nord- und Südkorea wieder vereinigt werden, wie damals Ost- und Westdeutschland eins wurde. Die südkoreanische Regierung und die koreanische Kirche könnte in jeder Hinsicht an dem Beispiel Deutschlands viel lernen. Dies ist auch mein Wunsch!

Ich bin nun der sechste amtierende Pfarrer der Nambugemeinde. Seit letztem Jahr sind wir Teilgemeinde der Friedenskirche, und somit der württembergischen Landeskirche. Für uns ist dies ein großer dankbarer Moment. Aber wir sind uns auch bewusst, dass damit Rechte und Verpflichtung zugleich verbunden sind. Diese Verantwortung und Aufgabe sollten wir gut auf uns nehmen und als Brückenbauer und Sprungbrett für das Mit- und Füreinander in Deutschland ein klein wenig beitragen.

 Segensgrüße!

 Ihr Pfr. Taejoon KIM