Beitritt Korean. Gemeinde
Mit einem festlichen Gottesdienst wird am kommenden Pfingstsonntag (23. Mai) der Beitritt der Evangelisch koreanischen Nambugemeinde zur Stuttgarter Friedenskirchengemeinde gefeiert.
Pfarrer Dr. Seung-Ik Jang, der die koreanische Gemeinde seit zehn Jahren leitet, freut sich über den Beitritt. „Ohne die deutsche Friedenskirchengemeinde, in der wir schon seit 1996 Gottesdienste feiern, gäbe es unsere Gemeinde nicht“, erklärt er. Der zwei Jahre lang gründlich vorbereitete Beitritt zur Friedensgemeinde sei „ein positiver Schritt im Integrationsprozess.
Wir sind doch eine Familie Gottes in Jesus Christus.“ Juristisch bedeute der Beitritt eine Absicherung der Gemeinde. Sie war bisher als eingetragener Verein organisiert. Auch Pfarrer Dieter Bofinger von der Friedenskirchengemeinde begrüßt die Aufnahme. Er freut sich auf einen noch intensiveren Erfahrungsaustausch und Kooperationen, etwa bei der Kinderkirche oder bei gemeinsamen Konzerten. „Die Friedenskirchengemeinde wird internationaler, der Standort Friedenskirche wird gestärkt“, so Bofingers Einschätzung.
Der Festgottesdienst am kommenden Pfingstsonntag, 23. Mai, beginnt um elf Uhr. Der Chor der koreanischen Gemeinde musiziert Mozarts C-Moll-Messe und ein traditionelles koreanisches Lied. Den Gottesdienst gestalten Pfarrer Seung-Ik Jang, Pfarrer Dieter Bofinger und Vikar Sylvain Peythieu. Die Friedenskirche ist am Friedensplatz, oberhalb des Neckartores. Im Anschluss lädt die Gemeinde zu Mittagessen und Kaffee und Kuchen ein.
Zur Evangelische koreanischen Nambugemeinde gehören rund 300 erwachsene Mitglieder und 70 Kinder. Die Zentrale ist in Stuttgart, Ortsgemeinden gibt es in Tübingen, Göppingen und Trossingen. Die Anfänge der koreanischen Gemeinde in Baden-Württemberg liegen 30 bis 40 Jahre zurück, berichtet Pfarrer Jang. Damals seien Krankenschwestern aus Südkorea in Deutschland angeworben worden. Viele fassten Fuß und heirateten. Ihre oft deutsch-koreanischen Familien gehören zum Kern der koreanischen Gemeinde. Dazu kommen koreanische Mitarbeiter bei deutschen Weltfirmen, Theaterschauspieler und zahlreiche Musikstudenten. Letztere erklären das hohe Niveau der Kirchenmusik.
Durch eine neue „Ortssatzung“ der Friedenskirchengemeinde wurde die Evangelische koreanische Nambugemeinde zum 1. Mai 2010 in die Friedenskirchengemeinde aufgenommen. So wird die Integration der Koreaner ermöglicht, ohne dass die Gruppe ihre Besonderheiten aufgeben muss, freut sich Gabriella Costabel, Fachreferentin für Gemeinden anderer Sprache und Herkunft beim Evangelischen Oberkirchenrat. Die koreanische Gemeinde hat den Status einer eigenständigen Gruppe innerhalb der Kirchengemeinde. Ein Vertreter / eine Vertreterin der koreanischen Gemeinde ist Mitglied des Kirchengemeinderates der Friedenskirchengemeinde.
In Korea leben rund 12 Millionen Christen – ein Viertel der Bevölkerung. 7 Millionen davon gehören zu verschiedenen evangelischen Kirchen. Ein Merkmal der Kirche in Korea sei der starke Gottesdienstbesuch. Selbst Frühgottesdienste an Werktagen um 5 Uhr würden von vielen besucht, berichtet Jang. An seiner koreanischen Herkunftsgemeinde besuchen beispielsweise rund 50.000 der 80.000 Gemeindeglieder einen der fünf Sonntagsgottesdienste, die in einer Halle mit 10.000 Plätzen stattfinden.
